Auswirkungen
der Südumgehung
auf Dreieichenhain und Götzenhain
Februar
2009, Pressemitteilung
Da bei der Diskussion um den Bau der Südumgehung
der Blick ausschließlich auf eine
eher fragwürdige Entlastung von Buchschlag
und Sprendlingen gerichtet ist, hat sich
die „Arbeitsgemeinschaft der Vereine
von Dreieichenhain e.V.“ zum Ziel
gesetzt, auch die Auswirkungen auf Dreieichenhain
und Götzenhain näher zu untersuchen.
Sämtliche Knotenpunkte, gemeint sind
Kreuzungen, werden im geplanten Trassenverlauf
benannt. Die Anbindung der Südumgehung
an die Landsteinerstraße in Dreieichenhain
ausgenommen, sie wird in einem Nebensatz
verborgen. Ebenso wird in dem begleitenden
Gutachten wohl mit Absicht nicht die zusätzliche
Verkehrsbelastung für Dreieichenhain
und Götzenhain prognostiziert.
Daher sehen wir es als dringend notwendig,
die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen
in Dreieichenhain einmal näher zu betrachten.
Es beginnt mit der Anbindung der bereits
für die Südumgehung ausgebauten
Heinrich-Hertz-Straße an die B3. An
dieser Stelle entsteht ein neuer Kreisel.
Die Südumgehung führt dann unter
Nutzung eines Abschnittes der Daimlerstraße
durch das Gelände der Firma Totzek
zur Bundesautobahn 661. Hier entsteht eine
Anschlussstelle, die die Stadt Dreieichenhain
schon vor der Inbetriebnahme der A661 erfolglos
gefordert hat. Im Anschluss folgt die Anbindung
an die Landsteinerstraße. Hier endet
die offizielle Südumgehung.
Im Gegenzug wird die Autobahnbrücke
über die Straße „An der
Trift“ gesprengt und ein gewaltiger
Damm ohne Durchlass errichtet. Ein jahrhundertealter
Handelsweg wird damit blockiert. Die hierfür
benötigten Steuergelder könnte
man besser verwenden.
Was zunächst wie ein enormer Standortvorteil
für das Dreieichenhainer Gewerbegebiet
aussieht, ist in Wirklichkeit eine Nutzungseinschränkung
für Gewerbetriebe entlang der Daimlerstraße
und der Siemensstraße. Der zusätzliche
Verkehr auf beiden Straßen wird die
hier angesiedelten Unternehmen belasten.
Der eigentliche Skandal ist, dass bei der
aktuellen Planung der dramatische Mehrverkehr
für Dreieichenhain und Götzenhain
billigend in Kauf genommen wird. Negiert
wird, dass die L 3262 zwischen der Autobahnausfahrt
Zeppelinheim und Dreieich nicht mehr eine
regionale Erschließungsfunktion übernimmt,
sondern Bestandteil eines überregionalen
Verkehrsnetzes wird. Darüber hinaus
unbeachtet bleibt die Erschließungsfunktion
für das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt,
die schon heute erreichte Kapazitätsgrenze
der Bundesautobahn 3, das wachsende Straßenverkehrsaufkommen
(insbesondere im Transitverkehr) über
das Jahr 2020 hinaus und die abzusehende
Einführung eine PKW-Maut auf Bundesautobahnen.
Alles zusammen wird das Verkehrsaufkommen
auf der L 3262 als Teil der optimalsten
Umfahrung der BAB 3 explodieren lassen.
Eine Südumgehung wird hier ins Gegenteil
verkehrt. Sie zieht massenweise Transitverkehr
an, welcher damit Dreieichenhain ins Verkehrschaos
stürzt.
Die morgendlichen und abendlichen Dauerstaus
auf der BAB 3 würden sofort nach Fertigstellung
der Südumgehung den Ausweichverkehr
nach Dreieichenhain und Götzenhain
lenken. Von der Einmündung in die Landsteinerstraße
würde der Verkehr über Siemensstraße,
Heckenweg und Hainer Chaussee direkt in
die Dorotheenstraße (in Gegenrichtung
durch die Schillerstraße oder Solmische-Weiher-Strasse))
fließen. Dort sind die Bewohner schon
heute vom aktuellen Verkehrsaufkommen durch
die enge Bebauung gestresst.
Weiter geht es am Woog (Burgweiher) vorbei
in den Hainer Weg oder die Albert-Schweitzer-Strasse
nach Götzenhain zur Ortsumfahrung.
Ohne weitere nennenswerte Ortsdurchfahrten
könnte dann die nächstgelegene
Autobahnanschlussstelle Seligenstadt erreicht
werden.
Sollte hier der Stau noch nicht aufgelöst
sein, genügt eine weitere Ortsdurchfahrt
in Babenhausen, welche einst als Umgehungsstraße
gebaut wurde, um zur Anschlussstelle Stockstadt
zu gelangen. Hat man dann immer noch einen
Stau vor sich, geht es alternativ weiter
mit den drei Ortsdurchfahrten Sulzbach am
Main, Leidersbach und Dammbach, um die BAB
3 wieder bei der Anschlussstelle Rohrbrunn
zu erreichen. Dank moderner Navigationsgeräte
sind zum Auffinden dieser Ausweichrouten
nicht einmal mehr regionale Ortskenntnisse
vonnöten.
Angesichts dieser attraktiven Varianten
kommt es zu einer massiven Verkehrszunahme
in Dreieichenhain und Götzenhain. Mindestens
an den wöchentlichen A3-Horror-Freitagen
ist zu erwarten, dass im Verlauf der nächsten
Jahre der Individual-Verkehr und damit auch
der örtliche und überregionale
Linienbusverkehr in Dreieichenhain zum Erliegen
kommen.
Man denke nur einmal an den Pfingstfreitag.
Millionen von Bundesbürger streben
in den Kurzurlaub. Die BAB 3 ist wie gewohnt
zwischen Frankfurter Kreuz und Aschaffenburg-Ost
blockiert. Das Navigationsgerät empfiehlt
als Alternative die AS Zeppelinheim als
Stauumfahrung. Als Folge zieht sich ein
Stau quer durch Götzenhain und Dreieichenhain
bis in die Sprendlingener Rostadt. Dazwischen
versuchen die Haaner Kerbborsche ihren Kerbbaum
am Burgweiher aufzustellen. Das totale Verkehrschaos
stellt die Durchführung von Dreieichenhainer
Traditionsveranstaltungen im Bereich der
Innenstadt in Frage. Ohnehin wird in ein
paar Jahren zu prüfen sein, ob die
massive Verkehrszunahme noch hochkarätige
Kultur-Veranstaltungen in der Burg Hayn
auf Deutschlands schönster Freilichtbühne
erlaubt.
Die Südumgehung wird katastrophale
Folgen für Dreieichenhain und Götzenhain
haben. Deshalb sollten sich auch die Bewohner
dieser Stadtteile mit diesem Projekt auseinander
setzen. Die aktuellen Planungen müssen
mit allen Mitteln bekämpft und zum
Wohle der gesamten Stadt Dreieich abgeändert
werden. Vom 25. Februar bis 24. März
liegen die Pläne in der Alten Schule
in Dreieichenhain aus. Bis zum 7. April
können Einwendungen beim Regierungspräsidium
in Darmstadt eingebracht werden. Wir empfehlen
allen Dreieicher Bürgern sich diese
Planungen auch einmal unter diesem Aspekt
anzusehen.
Arbeitsgemeinschaft der Vereine von Dreieichenhain
e.V.
|