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Aus den Vereinen
100 Jahre Dreieich-Museum
Am 15. September 1865 berichtete die Langener Zeitung,
dass geschichtsbewusste und heimatverbundene Bürger
Dreieichenhains einen Verein, der historische Gegenstände
sammeln und ausstellen solle, gründen wollen.
Wäre es zur Umsetzung dieser Idee ge- kommen,
könnte sich Dreieichenhain heute mit dem ersten
Heimatmuseum Deutschlands schmücken. 44 Jahre
später ergriff der Geschichts- und Heimatverein
(GHV) erneut die Initiative. Nach dem Zusammentragen
vieler Gegenstände wurde am zweiten Osterfeiertag
1910 im Hinterhaus des ehemaligen Judenhauses eines
der ersten Heimatmuseen Südhessens der Öffentlichkeit
übergeben.
Im Einklang mit vielen anderen Projekten beabsichtigte
der GHV mit der Gründung des Museums, den Bürgern
die Geschichte der Stadt näher zu bringen und
die touristische Attraktivität Dreieichenhains
zu stärken. So drängten zunächst
Besucher aus dem Hain und den benachbarten Gemeinden
und Touristen aus den umliegenden Großstädten
in das Museum. Denn abgesehen von den großherzoglichen
Sammlungen in Darmstadt und den bürgerlichen
Sammlungen in Frankfurt bestand sonst kein weiteres
Museum im Rhein-Main-Gebiet.
Durch Neuerwerbungen wurde es in den Museumsräumen
schnell eng und unübersichtlich. Deshalb überließ
die Stadtverwaltung im Jahr 1911 dem Verein den
leer stehenden Schulsaal. 1913 konnte die angrenzende
Lehrerwohnung hinzugewonnen werden. Damit war die
Raumnot vorübergehend überwunden, zumal
der Verein seine Sammelleidenschaft nun auf das
gesamte Dreieichgebiet ausdehnte.
Intensive Ausgrabungen in der Burg und neue Forschungsergebnisse
aus Frankfurt betonten in den Zwanzigerjahren die
überregionale Bedeutung Dreieichenhains für
die gesamte Region. Dies ließ die ursprüngliche
Idee, ein Regionalmuseum zu gründen, wieder
aufleben. Karl Nahrgang wurde mit Leitung, Umbau
und Neugestaltung des Museums beauftragt. Am 10.
Mai 1931 konnte im Rahmen einer bedeutungsvollen
Feier die Sammlung unter dem neuen Namen „Dreieich-Museum“
wiedereröffnet werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren große Verluste
hinzunehmen. Besonders bitter war die Verschleppung
der bis dahin ältesten Schützenfahne Deutschlands.
Nachdem die verbliebenen Ausstellungsräume
heruntergekommen waren, beschloss der GHV 1952,
in Selbsthilfe einen Neubau in der vereinseigenen
Burgruine zu errichten. Der erste Bauabschnitt konnte
anlässlich der 700-Jahr-Feier Dreieichenhains
am 15. Juli 1956 eröffnet werden. Nachdem dem
Verein die finanziellen Mittel ausgingen, unterstützten
auch die Nachbargemeinden und der Kreis Offenbach
das Vorhaben. Dennoch sollte der zweite Bauabschnitt
den Verein überfordern. Im Mai 1959 wurde deshalb
dem Kreis, der ein öffentliches Interesse am
Fortbestand der wertvollen Sammlungen und der Fertigstellung
des Museums hatte, die Trägerschaft übergeben.
Seitdem sind Kreis und GHV gemeinsam Eigentümer
des Dreieich-Museums.
Nachdem 1960 der zweite Bauabschnitt geweiht wurde,
bescherten Besucher aus dem In- und Ausland sowie
weitere Schenkungen dem Museum einen gesteigerten
Stellenwert in Hessens Museumslandschaft. Bauliche
Mängel sowie überaltete Vitrinen und Beschriftungen
machten eine Schliessung im Jahr 1975 notwendig.
Die Wiedereröffnung erfolgte anlässlich
des 17. Hessentages am 18. Juni 1977.
Ein im Jahr 2003 vollendeter dritter Bauabschnitt
half die seit Gründung herrschende Raumnot
abzumildern. Weitere Verwaltungs-, Lager- und Sanitärräume
konnten eingeweiht werden. Im modernen, reizvollen
Anbau fand als weitere Attraktion das Museums- Bistro
und Vereins-Lokal „Burgbeiz“ seinen
Platz.
Seit Dezember 2009 ist die Stelle der Museumsleitung
verwaist. Der Fortbestand einer der bedeutendsten
und geschichtsträchtigsten kulturellen Einrichtungen
im Kreisgebiet scheint gefährdet. Es bleibt
nur die Hoffnung, dass sich im Jahr des 100-jährigen
Bestehens eine Lösung für den Fortbestand
des Dreieich-Museums findet. |
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